01.08.2010 Berik Sysdikow (geb. 11.1.1979) hält seinen Neffen auf dem Schoss. Beriks Mutter lebte mit ihrem Mann als Hirtin nahe am Atomtestgelände. Zwei Mal hatte sie einen Atompilz gesehen, wenige Tage hintereinander. Fast 500 Atombomben zündeten die Sowjets zwischen 1949 und 1989 in der Region von Semipalatinsk – zu Testzwecken.
07.8.2010 Blick auf die verlassene Stadt Chagan. Chagan war bis zum Ende der Sowjetunion eine gesperrte und geheime aber blühende Stadt für die Mitarbeiter des nahe gelegenen Militärflugplatzes. Die Flugzeuge hätten im Ernstfall die Atombombe zum Zielort fliegen sollen.
09.8.2010 Ludmila Shakhvorostowa (geb. 3.12.1930) mit ihren beiden geistig behinderten Söhnen Anatoli (rechts, geb. 8.9.1956) und Alexander (links, geb. 6.2.1958) vor ihrem Haus in Dolon. Ludmila kann sich gut an die «Explosionen» erinnern. Ihre grösste Sorge ist es, sich eines Tages nicht mehr um ihre Söhne kümmern zu können.
05.8.2010 Die Steuerzentrale (1955) eines Atomtests der Sowjetunion ist im Atomtestmuseum der ehemals geheimen und gesperrten Stadt Kurtschatow ausgestellt.
06.8.2010 Nikita Bochkarew (geb. 08.1.1991) bedient mittels eines von seinem Vater gebastelten Helmes die Computertastatur. Nikita wurde mit Zerebrallähmung geboren und kann nicht sprechen. Seine Intelligenz ist hingegen völlig normal ausgebildet. Die Wohnung im vierten Stock verlässt er nie, da er für seine Eltern zu schwer ist. Seine Welt ist der Computer.
05.8.2010 Ein Modell des Testgeländes «Polygon» im Atomtestmuseum der ehemals geheimen und gesperrten Stadt Kurtschatow. Das Modell zeigt die Situation vor dem ersten oberirdischen Atomtest der Sowjetunion vom 29. August 1949. Die Bombe befand sich im schwarzen Turm in der Mitte der Versuchsanordnung. Getestet wurde auch die Wirkung auf Häuser, militärisches Gerät wie Panzer und Flugzeuge sowie auf Tiere.
12.8.2010 Ein Gemälde von Alexander Alexejewitsch Schewchenko (geb. 1927, bereits verstorben). Er diente zwischen 1947 und 1951 als Soldat auf dem Testgelände «Polygon» und malte anschliessend 48 Gemälde, welche die Atomtests zum Thema hatten. Keines dieser Bilder ist irgendwo ausgestellt.
10.8.2010 Maira Schumageldina mit ihrer schwerst behinderten Tochter Schannur (geb. 23.5.1992) vor ihrem Haus in Semipalatinsk. Schannur kann weder laufen noch sprechen und wird von ihrer Mutter rund um die Uhr gepflegt.
31.7.2010 Hochzeitsfeier unter dem Denkmal für die Opfer der Atomtests der ehemaligen Sowjetunion. An Wochenenden wechseln sich die Paare unter dem Denkmal im Fünfminutentakt ab.
10.8.2010 Strassenszene in Semipalatinsk.
02.08.2010 Maksh Iskakowa (geb. 1934) ist seit 1953 blind. Damals schaute sie in den «Pilz» eines Atombombentests, obwohl man ihr gesagt hatte, wegzuschauen. Der Atompilz sei ihr letztes Bild gewesen, das sie von dieser Welt gesehen hatte.
03.8.2010 Dieser See wird von den Einheimischen «Atomsee» genannt und entstand 1965 nach einer unterirdischen Atombombenexplosion. Der so entstandene Krater hat sich anschliessend mit Wasser gefüllt.
02.08.2010 Im Museum des staatlichen medizinischen Instituts von Semipalatinsk sind tote Föten mit angeborenen Anomalien in der Entwicklung des Zentralen Nervensystems ausgestellt. Es sind Folgen der Atombombentests.
03.08.2010 Berik Bostaew (geb. 25.4.1976) hat soeben einen seiner häufigen Schwächeanfälle bekommen und seine Mutter versucht, ihm beim Aufstehen zu helfen. Berik ist behindert, seine Schwächeanfälle seien herzbedingt, sagen die Ärzte. Seine Mutter war als sie mit ihm schwanger war radioaktiver Strahlung ausgesetzt, weil sie nahe am Atomtestgelände lebten.
02.8.2010 Im Waisenhaus von Semipalatinsk bekommt die 7 Monate alte Dina Batirowa zu trinken. Sie leidet an einem Hydrozephalus («Wasserkopf») und wird wohl nicht mehr lange leben. Ihre Eltern haben sie nach der Geburt verlassen. Bis heute werden hier zahllose Kinder mit schwersten Behinderungen geboren.
03.8.2010 Pferde am Rande des ehemaligen Atomtestgeländes «Polygon», welches rund 19'000 Quadratkilometer umfasste. Das ehemalige Gelände ist weder eingezäunt noch speziell gekennzeichnet, es ist somit für Tier und Mensch frei zugänglich.
30.07.2010 Maira Schumageldina mit ihrer schwerst behinderten Tochter Schannur (geb. 23.5.1992) in ihrem Haus in Semipalatinsk. Schannur kann weder laufen noch sprechen und wird von ihrer Mutter rund um die Uhr gepflegt.
05.8.2010 Die ehemalige KGB-Zentrale (sowjetischer Geheimdienst) in der ehemals gesperrten und geheimen Stadt Kurtschatow. Die Stadt ist benannt nach Igor Kurtschatow, Physiker und Leiter des sowjetischen Atombombenprojekts. Sie lag am Rande des Atomtestgeländes «Polygon» und war dessen Verwaltungszentrale.
03.8.2010 Sandugasch Imangaliewa (geb. 1950) in ihrem Haus. Sie wurde in Sarzhal geboren, welches nahe am ehemaligen Atomtestgelände gelegen ist.
03.08.2010 Berik Bostaew (geb. 25.4.1976) trinkt Tee zuhause im Wohnzimmer. Berik ist behindert, oft hat er Schwächeanfälle, welche herzbedingt seien, so sagen die Ärzte. Seine Mutter war als sie mit ihm schwanger radioaktiver Strahlung ausgesetzt, weil sie nahe am Atomtestgelände lebten.
29.07.2010 Ein Mädchen spielt mit einem Ring während eines staatlichen Sportprogramms speziell für behinderte Kinder.
14.08.2010 Ein Mann trägt ein Wasserbassin im Zentrum von Astana. Astana ist seit 1997 die Hauptstadt von Kasachstan und ist rund 600 Kilometer von Semipalatinsk entfernt. Der Turm im Hintergrund wurde nach einem Entwurf des Präsidenten errichtet und trägt die grösste Glaskugel der Welt. |